Osteopathie

Die Behandlung

Eine osteopathische Behandlung beginnt mit einem ausführlichem Gespräch, in welchem das Beschwerdebild, die ausführliche Krankengeschichte, die soziale und berufliche Einbindung und auch Ernährungs- und Lebensgewohnheiten des Patienten erfragt werden.
Im zweiten Schritt erfolgt das oft auch als „Listening“ (Hineinhorchen) bezeichnete Abtasten des Körpers.
Dabei werden die verschiedensten Spannungen, Strömungen, Bewegungen erspürt und interpretiert und, wenn es sich anbietet, auch gleich behandelt. Oft ist es für den Patienten daher nicht möglich, osteopathische Diagnostik von osteopathischer Behandlung zu unterscheiden.
Die angewendeten Techniken beziehen sich auf den parietalen (auch osteoartikulären), den visceralen und den craniosacralen Bereich.

Die parietale Osteopathie

Dieser Teil beschäftigt sich mit Knochen und Gelenken, mit Muskeln und Fascien, mit deren Dysfunktionen. Gelenkblockierungen, zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule werden gelöst, Verspannungen glockert. Das kann durch sanfte Bewegungen ebenso wie durch Impulstechniken geschehen, die meist das charakteristische Knacken mit sich bringen. Auch wird hier mit sogenannten muskelenergetischen oder myotensiven Techniken gearbeitet, die die „weichere“ Methode gegenüber den Impulstechniken darstellen.
Das parietale Gebiet kann auch gut als der älteste Teil der Osteopathie bezeichnet werden - die Basis, aus welcher sich diese Heilmethode bis zum heutigen Stand entwickelt hat.

Die viscerale Osteopathie

Sie umfaßt den Bereich der inneren Organe (viscera.lat.= Eingeweide). Hier wird die Beweglichkeit der Organe zueinander und das sie umhüllende Stütz-, Muskel- und Bindegewebe beurteilt und behandelt. Besondere Beachtung wird hier den hormonellen und neurovegetativen Zusammenhängen geschenkt, da das vegetative Nervensystem durch eine Behandlung der Bauchorgane stark beeinflußt werden kann. Auch fällt in diesen Bereich die Regulierung des Blutgefäßsystems, welches durch z.B. langdauernden Stress erheblich unter Spannung stehen kann. Große Aufmerksamkeit wird auch den in diesen Bereich fallenden Narben nach Bauchoperationen gewidmet.

Die craniosacrale Osteopathie

Der Begriff craniosacral ergibt sich aus den beiden lateinischen Worten cranium=Schädel und sacrum=Kreuzbein und läßt schon vermuten, daß diese beiden Körperteile in besonders enge Beziehung zueinander treten, obwohl sie relativ weit voneinader weg liegen: der Schädel oben, das Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule. Gleichzeitg beinflussen sie aber auch sehr stark den gesamten Körper.
Die craniosacrale Osteopathie wurde von William Garner Sutherland (1873-1954) in die bereits bestehende Osteopathie integriert. Sutherland entwickelte eine Methode, mit welcher der rhythmische Fluß des Liquors (Hirn-und Rückenmarksflüssigkeit) ertastet werden kann.
Dieser Rhythmus ist, wie der Herschlag oder die Atmung, ein völlig eigenständiger Körperrhythmus, der mit einiger Übung auch grundsätzlich von jedem wahrnehmbar ist, obgleich er sehr subtil ist.
Der Patient erlebt die Arbeit des Osteopathen im craniosacralen Bereich als sanften Druck der Hände am Schädel oder Kreuzbein.