Die praktische Anwendung evolutionärer Physiologie in der Osteopathie – Teil II

Dies ist der zweite Teil einer sechsteiligen Kursserie von Max Girardin, die wir hier nun zum zweiten Mal in Deutschland anbieten können.

Worum es in der Kursserie geht:

Diese Kursserie behandelt die klinisch - osteopathische Verbindung von Struktur und Funktion. Das Kursdesign zielt dabei nicht auf theoretische Physiologie ab, sondern auf Prinzipien der Physiologie, die sofort in die osteopathische Praxis der Kursteilnehmer umgesetzt werden können. Auf dem Weg von der Biochemie zur Funktion von Organen und Systemen gibt diese Kursserie den Teilnehmern wirksame Instrumente an die Hand für die Differentialdiagnose und die Behandlung der Patienten aus osteopathischer Sicht.

Die Physiologie beschreibt die dynamischen Wechselwirkungen von Zellen, Geweben, Organen und Systemen um dadurch den Organismus insgesamt zu verstehen. In der Osteopathie steht zunächst die Gesundheit an erster Stelle, wobei Struktur und Funktion wechselseitig in Beziehung stehen und sich zum Konzept der Form/Morphologie verbinden. Als Osteopathen werden wir in dieser Kursserie in dieser Reihenfolge vorgehen:

• vom Atom zum Molekül
• vom Molekül zur Zelle
• von der Zelle zum Gewebe
• vom Gewebe zu Organen und Systemen
• um schließlich diese Schritte zu einem umfassenden und tiefgehenden Verständnis der Komplexität des Organismus zusammenzusetzen
 
Ziel ist letztendlich, die Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Gesundheit, Form, Struktur und Funktion klar zu erkennen. Eine bewusste und klare Vision der Form erlaubt es, die pädagogischen Grenzen zwischen Anatomie und Physiologie zu verwischen und diese in miteinander verbundene Säulen des Wissens und Verstehens über den menschlichen Körper und das Leben zu verwandeln.


Mit anderen Worten, wir müssen mit Absicht hinschauen anstatt nur zufällig etwas zu sehen.

Mit didaktisch aufbereiteten Beispielen wird diese Kursserie den Teilnehmern lebendige Bilder für ihr geistiges Auge liefern, die in der alltäglichen Praxis hilfreich sind.

Die Kursserie hat ein dualistisches Ziel und eine dualistische Struktur:

Naturwissenschaftliches Denken und Fachwissen sind grundlegende Anforderungen an den Beruf des Osteopathen. Allerdings sollten wir uns durch diese Anforderungen nicht beschränken lassen. Weil Naturwissenschaft eine Methode der Überprüfung der Realität ist, ist sie nicht so bedeutend wie die Realität selbst. Die Realität ist unvergleichlich großartig und komplex.

Beobachtungen und das methodische Sammeln von Daten sind Vorgänger der Naturwissenschaft. Osteopathie, als eine Philosophie und ein Konzept, öffnet die Türen zu Entdeckungen wenn man sorgfältig und selbstkritisch beobachtet. Die wissenschaftliche Überprüfung sollte – wenn möglich – der Beobachtung folgen.

In dieser Kursserie werden wir also naturwissenschaftliches Fachwissen und Untersuchungen in den Zusammenhang unserer osteophatischen Philosophie stellen. Dabei ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass eine Philosophie oder ein Konzept, das im Widerspruch zu wissenschaftlichen Methoden steht nichts anderes als eine Religion oder einfach ein Glaube ist. Im Gegensatz dazu ist die Osteopathie gleichzeitig eine Philosophie, ein Konzept und eine Naturwissenschaft.

 

Inhalt Teil II

• Zellmembran
• Zellnucleus
• Endoplasmatisches Reticulum, Golgi-Apparat, vesikulären Transport, Lysosomen, Peroxisomen
• Die Bedeutung der Mikroorganismen für die Gesundheit (osteopatische Perspektive)
• Mitochondrien
• Zytoskelett

 

Inhalt Teil III

• Epithel
• Embryologischen Ursprungs Epithel
• Integrine
• Keratin
• Tight Junctions, Desmosomen, Gap Junctions
• Bindegewebe
• Nervengewebe
• Muskelgewebe

 

Inhalt Teil IV

Stoffwechselphysiologie:

• Glukosemetabolismus
• Fettmetabolismus
• Proteinmetabolismus

 

Inhalt Teil V

Verdauungsphysiologie: 

• Mund
• Speiseröhre
• Magen
• Zwölffingerdarm
• Dünndarm
• Kolon

 

Inhalt Teil VI

Verdauungsphysiologie:

• Leber (und Galle)
• Bauchspeicheldrüse
• Milz
• neuro- hormonelle Steuerung der Verdauung
 

Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Kursserie nur als Ganzes sinnvoll ist. Jeder Teil der Kursserie wird mit 40 Pkt (entsprechend VOD Richtlinien) akkreditiert.

Die Kurszeiten:

Donnerstag, Freitag, Samstag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Sonntag: 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Fortsetzungstermine

24. - 27. Januar 2019 Teil III

29. August - 01. September 2019 Teil IV

23. - 26. Januar 2020 Teil V

27. - 30. August 2020 Teil VI

Max Girardin, D.O.m.R.O. , Prosektor und Evost Fellow war von 1987 bis 1995 Prosektor an der Universität Brüssel und unterrichtete von 1990 bis 2001 am College Sutherland.

Seit 1993 ist er Mitorganisator und Referent “Anatomie am Präparat” in Heidelberg und hat sich durch seine Kursserie “Evolutionary medicine in the osteopathic field” (2001 in Johannesburg, seit 2003 in Belgien) weltweit einen Namen gemacht.